gekommen um zu gehen. air87 weblog.

 

 

 

verstanden.

vergangen.

verschrieben.

verlebt.

verknüpft.

verblümt.

 

wo stehe ich?

- zuerst, es gibt eigentlich so viel was ich schreiben könnte. es ist nur schwer, die Gedanken auch wirklich zu formulieren.-

Was ist heute die Heimat?

Ihr sagt vielleicht, ja, ich wohne hier. Das ist meine Heimat. Doch genauso gut könnte man auch nach Lissabon oder London ziehen. Kontaktmöglichkeiten gibt es genug, wenn man ein Problem hat kann man Mutti anrufen. Auch weit ab von zu Hause gibt es die Dinge zu kaufen die wir wollen. Wunderschön- man kann sich nun fast überall auf der Welt ein Stück Heimat sichern.
Und die Liebe, die Liebe zu seinem Land, seiner Gegend und den Leuten dort bleibt irgendwo zwischen Sydney und Tokyo auf der Strecke.
Unsere "moderne" Welt hat einerseits so viele neue Möglichkeiten geschaffen, da ist es nur allzu verführerisch diese auszunutzen. Andererseits geht die Kultur flöten. Wo sitzen noch alte Männer und Kinder zusammen um gemeinsam zu musizieren? Entweder im undurchdringlichsten Busch oder vor den Touristen, die begaffen, was sie schon längst verloren. Wir suchen das exotische, das harmonische gern im Urlaub in fernen Ländern, wo "noch Kultur existiert und die Menschen glücklich sind". Dort (in unserem Falle Deutschland) wo wir zu Hause sind /leben, erwartet uns der triste Arbeitsalltag und all die Probleme, die uns täglich im Fernsehen gezeigt werden.

Finde dein Glück hier wo deine Wurzeln sind und pflege die Tradition und das Wissen der Alten.

Wisst ihr, ich mache mir gern und oft Gedanken über viele Dinge. Mein Lebenstraum ist es, als Selbstversorger zu leben (nein, nicht als abgekapselter, verbitterter Mann). Nur so erscheint es mir möglich, wirklich eine Beziehung zu dem, was man Heimat nennt, einzugehen. Ich möchte nicht auswandern, hier in Deutschland gefällt es mir. Doch ob der staat damit einverstanden ist?
5.12.06 22:16


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auch Du bist Deutschland.

Heute Besuch im Stickstoffwerk Piesteritz. Ein sehr großes Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Düngemitteln und Industriechemikalien spezialisiert hat. Damit alles noch viel besser wächst, die armen bauern überleben können. Wie kamen die früher bloß ohne PIAGRAN und ALZON aus?
Das Wort führte der Pressesprecher, ein dickes, geschniegeltes Männchen. Zitat: "So schwierige Fragen wie Journalisten können Sie gar nicht stellen." Er pries die Verdienste seines Geldgebers, wies auf die Umweltverträglichkeit (im Rahmen der Gesetze) hin und schimpfte auf die, die gegen eine intensive Nutzung der Elbe als Wasserstraße sind.
Ich fragte ihn, ob diese Anlage auch Kalisalpeter produzierte. Nein, Salpeter kommt doch nur im Boden vor, wir produzieren sowas nicht. Die Anlage wurde 1920 in Betreib genommen, kurz nach dem ersten Weltkrieg. Die Kriegswirtschaft brauchte Kalisalpeter als Ersatz für den natürlichen Salpeter. Über den zweiten Weltkrieg im Zusammenhang mit dem SKW sagte er nichts.

Mir war schlecht. Von den Metallrohren, dem geruch, den hohen Zahlen und der verlogenheit.

HALLO? rafft es überhaupt noch jemand? Macht sich keiner Gedanken darüber, dass Getreide billiger als Streusplit ist?
Dass täglich tausende Menschen an Hunger sterben, die momentane Landwirtschaft 12 MILLIARDEN Menschen ernähren KÖNNTE? Bauern Selbstmord begehen, Städte wachsen, Rohstoffe vernichtet werden, Menschen kulturell entwurzelt werden?

Ich stelle fest: Das geld ist vom "Genussmittel" zur "Droge" geworden, und zwar zur gefährlichsten die die menschen je gekannt haben.
7.12.06 21:22


Ich habe keine Kultur.

Feststellung: Zivilisation raubt Kultur.
Wir, als Hort, als Nest der Zivilisation haben schon lange unsere echte kulturelle Identität verloren. Weihnachten ist vom Fest des Lichtes und der Geburt Christi zum Fest des Konsums verkommen.
Am schlimmsten ist aber, dass wir IN DIE SCHULE GEHEN!

- Was, sagt ihr euch jetzt, also Schule ist ja nun wirklich nicht schlimm. wir lernen für unser Leben. All das was wir dort lernen hat der Staat fürsorglich ausgesucht. Mit diesem Wissen bewahren wir die Tradition unseres deutschen Volkes.
Ein Witz ohnegleichen.

Wir sehen es am deutlichsten in sogenannten unterentwickelten Gebieten: der Zerfall der Kultur beginnt damit, dass die Kinder in der Schule Dinge lernen, die so nie im immer wieder weitergegebenem Wissen vorkamen. Entwicklung zu was besserem?

Wer weiß heute noch über die Heilwirkung der Kräuter? Das Flechten von Körben? Wer streift heute noch durch den Wald, um Pilze und Beeren zu sammeln? Näht sich Kleidung, baut sich selbst die Nahrung an? DANKT GOTT FÜR DIESE WUNDERBARE WELT?

Wisst ihr, ich könnte heulen. Es ist eine Schande, in diesem System zu leben. Und die wenigsten erkennen das wahre Gesicht unseres "Wohlstandes". Im gewissen Sinne ist unser Leben vergleichbar mit Drogenabhängigkeit. Wir alle hängen am der Nadel der Wirtschaft und Ausbeutung.

Bevor du heute ins Bett gehst, danke dem leben einfach, dass du genug und lecker zu essen hattest. Dass die Welt sich immer weiter dreht. Für all die Geschenke, die die Natur uns trotz Misshandlung macht. Danke dem Leben für deine Existenz.
11.12.06 20:54


 

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