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Besuch bei den Waldmenschen

eine Woche lang war ich weg, bei einer kleinen Familie zu Besuch. Ich wohnte bei ihnen, ohne elektrischen Strom, ohne Lärm und ohne Stress. Aber auch diese Idylle hatte so ihre Leichen im Keller. Tagebuchausschnitte.

TAG 1

Ich musste an den Film "the beach" denken, als ich schnaufend die Königsfarm erreichte- wie die drei, als sie nach beschwerlicher Reise am Strand stehen und dieses Lied von Moby spielt. Da hatte ich sie also, zwei Jahre drauf gefreut, einen ganzen Tag Zugfahrt überstanden, mich den Berg hochgequält. Jetzt bin ich da. Sitze im liebevoll hergerichteten Bauwagen und schreibe bei Kerzenschein, denn Stom gibt es hier nicht. [...]...hinauf in die Weinberge, höher und höher, im kleinsten Gang. Dann musste ich schieben, durch den Wald, auf einem schmalen Pfad. Im Haus dann der Holzherd, Kerzenleuchter, Wasserkrug, Kamin.

TAG 2

Heute (Sonntag) war nichts los. Keine Tätigkeit, nur auf der faulen Haut liegen. Friedmunt sieht wie Jesus aus. Nachmittags war ein Typ da, und ein angeregtes Gespräch über Esotherik begann. Außerdem analysierte er einen Stein auf seine Kräfte und energetischen Eigenschaften. Bei einem Spaziergang stellte ich fest: Aussteiger wohl, aber kein Selbstversorger. Er hat wohl keine Abneigung zu Geld, vielleicht zur Gesellschaft, aber auch hier steht Käse in Plastikdöschen auf dem Tisch. Ich denke, dass die, die den Anspruch Selbstversorgung bewusst formulieren, eher nicht-konventionell sein wollen, als dass sie ernsthaft versuchen, einen ordentlichen Gemüsegarten an den Start zu bringen. Auch hier sehe ich einiges, was mittlerweile wieder brach liegt: der Hühnerstall, die Wiese, der Schafstall. Jemand ohne Hühner braucht bei mir das Wort Selbstversorgung nicht in den Mund zu nehmen.

TAG 4

Etwas Holz gehackt, ich mag diese Arbeit. Friedmunt ist das anscheinend ganz recht, kann man ihm auch nicht verdenken, so dürr wie der ist (böse Zungen behaupten ja, das kommt vom Verzicht auf Fleisch, Alkohol und Nikotin). Nachmittags habe ich Samen der erdkastanie von den Stengelmn befreit, war recht langweilig, aber mit mp3-Player gings.

TAG 5

[...] Zum Mittag gab es reis mit irgendwas, ach ja, "Erbsensuppe" á la Friedmunt, vegetarisch, ohne alles (jedenfalls schmeckte das nciht nach Erbsensuppe). Dieser Bio-Fetischismus und vegetarismus geht mir langsam auf den Keks. Deshalb war ich abends noch unten in der Stadt um Currywurst zu essen, total convi. Und um Chips, Schokolade, Cidre und Bier zu kaufen, alle OHNE Bio- Logo, mich nervt das. Als ich zurück kam war mein Badewasser warm und ich wusch mich draußen im dunkeln vorm Bauwagen.

TAG 6

Wie jeden Morgen weckt uns Friedmunt mit der Panflöte. Heut gehts ihm schlecht, Fieber und erkältung, sagt er. [...]Nachmittags entunkrautete ich eine Ecke und schnitt einen Weg frei- hoffentlich nimmt er mir das nicht übel, ich glaub er steht auf Dschungel-Feeling, Dreck und Unordnung.
Bio ist nicht gleich Öko.

TAG 7

[...] Ich half beim schnippeln des Knoblauchs. Dann kam Lara und meinte, sie bräuchte noch welchen. Da keiner mehr im Haus war, beauftragte sie Friedmunt, welchen zu holen, woraufhin er erwiderte: "Kann das nicht jemand anderes machen?" Als hätte ich diesen Satz von Homer Simpson gehört! Der Wahnsinn... Muhaha... Es kannte nur leider keiner von denen die Simpsons- kein Fernseher.

-- So, das solls erstmal gewesen sein.--

Bin dann nach einer Woche abgereist und habe mit dem Fahrrad noch meinen Bruder in Frankfurt a.M. besucht, wo ich schon mal in der Nähe war.
14.9.07 23:34


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Wenn man die Wertigkeit eines Lebens nach Glück bestimmt,
verliert Reichtum seinen Wert.
ist das Alter egal.
ist der Preis für den Tod unwichtig.
ist Wissen nichtig.
ist Weisheit nur Schmuckwerk.
ist Gesundheit nichts wert.
ist es auch einerlei, ob man sich deiner später noch erinnert.

Nur die Liebe zum Leben, zu dir, zu deiner Liebsten und zu allen Wundern dieser Erde ist relevant.
17.9.07 10:36


Okay, ich trinke mehr Bier als sonst und mache diese affigen Liegestütze, von denen ich heute Muskelkater hab... ratet, was soll das werden? Jaa, Training für meine eventuelle Berufliche Laufbahn als Zimmerer+Holzbau-Studium=) Muss ja meine geringe Körpergröße irgendwo ausgleichen können=)
17.9.07 20:46


zwischen Pfefferspray und Gastfreundschaft

Nun rückt es immer näher, die Zweifel werden immer größer- nicht bei mir, sondern bei meinen Leuten, wie ich denn nur so verrückt sein kann, mit dem Fahrrad durch Rumänien fahren zu wollen. Die Rumänen sind doch alle Verbrecher, ich soll auf mich aufpassen.
Okay, das Pfefferspray hab ich. Aber nicht für Menschen soll es sein, sondern gegen die streunenden Hunde, die es dort wohl vereinzelt geben soll.
Was schlimmer ist, das sich kein weiterer/ keine weitere Verrückte(r) findet, der ebenso bock auf was besseres als Elberadweg und Radwandertag hat. Denn wie's aussieht fahr ich allein, und das könnte manchmal etwas langweilig werden.
Ich zähl schon fast die Tage, bis es endlich losgeht! Ich will sie sehen, die Dörfer, die wie vor hundert Jahren aussehen, die Holzkirchen und die Menschen und wie die drauf sind. Ich will Tzuika! Über die Karpaten im Oktober, yeah, und wenns arschkalt ist und schneit, umso besser! Manmanman, was bin ich geil auf Abenteuer=) Und wenn ich knietief im aufgeweichten Weg stecke, klatschnass bin und Hunger hab, so werd ich doch einen trockenen Platz und was zu Essen viel mehr zu schätzen wissen.
19.9.07 20:16


 

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