gekommen um zu gehen. air87 weblog.

 

 

 

verstanden.

vergangen.

verschrieben.

verlebt.

verknüpft.

verblümt.

 

aus dem Paddelurlaub in Schweden, 2005

Alles ist weg, ich schwebe haltlos durch den Raum, als Samen einer Pflanze die ich nicht kenne. Einst fand ich einen Platz zum Wurzeln schlagen, hatte schon vorsichtig begonnen mich zu verankern, die wunderbare Pflanze wollte schon aus mir wachsen. Doch dann wurden meine Wurzeln gekappt, die Keimblätter verbrannt und ich flog weiter als Samen, nunmehr geschwächt. Es war nicht das erste mal, dass so was passierte, doch es passierte sonst schon eher. Und so fliege ich durch das Apfelmus oder Maschinenöl, voll mit Schall ohne Bedeutung, Worten ohne Sinn und Leuten ohne Namen, ohne Ziel.
Alle sagen dass ich einmal den perfekten Boden finden werde, aber hatte ich ihn nicht schon gefunden? Doch dort wuchsen schon andere Pflanzen. Ich geriet in den Energiekreis des wunderbaren Planeten, Momente der Stille, der Freude und das Gefühl, das Endziel erreicht zu haben. Nein, alles unbestätigt. Planet zu weit weg. Just too beautiful to be true.
More like an dream then a kind of reality. But dreams are never so unrealistic like they seem to be. Das Reisen ist anstrengend, vielleicht ist es besser sich einen trockenen Platz zu suchen um dort zu sterben, im Angesicht der Sterne, der unerreichbaren Sterne. (Ende)




„Nein Tobi, es liegt nicht an dir.“
Diesen Satz hab ich nun schon ein zweites verdammtes Mal gehört. Und ich weiß, es ist falsch. Denn woran sonst sollte es liegen? Manche Leute machen nichts und bekommen Liebe im Überfluss und ich mach wohl anscheinend zu viel.
Dieser Satz ist eine elegante Abfuhr. Ein beschissener Versuch, die Verantwortung für das Scheitern auf sich selbst zu laden und mir damit zu nehmen. Und es liegt an mir. Oder ich verliebe mich immer in die falschen. Eine Scheiße ist das.
Vielleicht bin ich auch so wie ein kleines Kind das geschaukelt werden will, und ab und zu wird es auch geschaukelt. Aber auch wenn jemand das Kind gerne anschubst, irgendwann ist auch mal genug. Und dann ist das Kind traurig, weil es doch so schön war und will immer wieder geschaukelt werden. Das Kind lernt auch nicht dazu- es setzt sich immer wieder auf die Schaukel.
Dieser Satz. Er ist auch an einer anderen Stelle falsch: Denn wer hat sich denn ins Zeug gelegt, immer nett gewesen und alles getan für ein Gespräch, um dich zu sehen.
Und dann soll es nicht an mir liegen?
Blanker Hohn sind dann Aufmunterungen á la „du bist wirklich genial“. Selbst wenn es so wäre- warum erkennt es dann niemand? Soll ich mich an meiner eigenen Genialität erfreuen, daran wie toll ich doch bin?
Ich weiss ja, Liebe kann man nicht erzwingen. Aber doch fördern!
Dann lass mich doch in Ruhe und sei verdammt noch mal nicht so nett zu mir wenn du sowieso nur Freundschaft empfindest. Dann gib mir nur die Hand und teile dein Essen nicht mit mir. Ich komm doch mit solchen Gesten nicht zurecht, die kann man immer so zweideutig auslegen. Und es wird nie pure Freundschaft zwischen uns sein.
Dann such dir einen Idioten (oder im Vergleich zu mir Normalen), denk dir etwas Liebe und geh mit dem in die Kiste. Die Sahnestückchen der männlichen Individuen kannst du dann als Freunde bezeichnen, weil sie dir vielleicht zu wertvoll für eine 14-Tage-Beziehung sind.
Und du denkst es geht nicht anders.
Ich will nicht immer nur gute Freunde haben. Versteht das denn keiner? Ihr könnt mich alle mal.
Ich will nicht mehr warten, was nützen mir die guten Ratschläge, wenn sie am Ende nicht funktionieren!
Und dann bin ich wieder so romantisch und sitz auf meinem heiligen Dach, auf das du auch wolltest. Doch wenn du als Freund mit mir in der Sternennacht sitzen würdest- das könnte ich nicht ertragen. Sollen wir uns sagen, wie schön doch die Sterne sind und wie romantisch alles hier und dann nicht mal in den Armen liegen.
Da sind mir dann die Mädchen noch lieber die mich einfach aus ihrem Leben kicken.
Liebe ist wie eine Droge.
Man weiss wie scheisse sie ist, wie viel sie kaputt machen kann und man will drauf verzichten. Und zwei Wochen später läuft man schon wieder den Mädchen hinterher und sieht nur das Positive. Kommt manchmal sogar zu nem richtigen High, doch das ist wohl kaum mit den Schmerzen aufzuwiegen.

Es ist so schwer sich mit seinem Schicksal abzufinden. So schwer.

31.10.05



geschrieben in der zweiten Woche der Sommerferien.

Sommer, kühl und verregnet. Großelternbesuch. Wie solche Ideen dann in der Praxis aussehen. Mund voll Schokolade, Portemonnaie voll Geld und Langeweile. Da wird mir meine Einsamkeit besonders bewusst, mehr noch als sonst so. Zweiraumwohnung und Norah Jones aus meinem Laptop nur als Zeitvertreib zum Computerspiel was man schon oft durchgespielt hat und nur noch zur Ablenkung dient. Liebe Gedanken von meinem Handy, doch immer mit der traurigen Tatsache verbunden, dass wir zu weit weg sind. So bleibt nur noch der heimliche Liebesbeweis per Kommunikationsmittel, in der Hoffnung die Illusion Liebe im Kopf zu schüren. Entgegen der Natur, denn die will ja körperlichen Kontakt. Will ich ja auch.
Sinnlose, spontan gedichtete Lieder beim Fahrradfahren, allein. Wie schön wär es zu zweit, da würde jemand darauf reagieren, egal ob du drüber lachen würdest oder nur bemerken würdest, dass ich mal wieder Sparwitzzeit hab, Hauptsache wir könnten uns austauschen. Und wir könnten uns anschauen, ja, das vermisse ich sehr. Dieses faszinierende Anblicken, stille Bewunderung der grazilen, vollendeten Züge, getaucht in wunderbare Farbe. Dann eine vorsichtige Berührung. Darf ich... Was ist wenn du nicht willst, bitte sag mir immer wenn du nicht mehr willst, wenn es dich stört, ich dir lästig bin.
Meine Fingerspitzen würden deine warme, glatte, weiche Haut berühren, erzittern vor Glück. Ich will dich küssen, deine Lippen berühren, mir deine Hingabe und dein Vertrauen beweisen lassen. Länger küssen, umschlingen, unsere Zungen spielen miteinander, geben dem Gehirn dem Impuls, alles andere, Unwichtige zu vergessen. [...]
Die Phantasien überfüllen mein Denkvermögen, verstopfen sämtliche Synapsenhighways. Hunderte Lieder, passend zu dem Moment fallen mir ein. Liebe, endlich ist es nicht nur Schmerz und Sehnsucht. Carpe Diem. Wunderbar dass es okay ist, dass du mich magst so wie ich bin, mit all meinen allzu menschlichen Merkmalen, meinen Macken. Doch das zählt jetzt nicht, jetzt zählt der Impuls, der Trieb, von der Natur verliehen, der sich jetzt ungehindert entfalten kann.
Dann, als Höhepunkt der Show die Reise zum Zentrum. Allein der Unterschied fasziniert mich ausreichend. Du willst, das ist wunderbar. Ich ja auch. Okay. Erst die Berührung, dann die Explosion der konzentrierten Liebe. Genial, diese Einheit. Nur eins, was mich sehr stört. Dass es nur Gedanken sind, nichts als Schaum. Eine Aufzeichnung aus einer anderen Welt, nicht der diesen.
Diese Welt ist mir in dem Punkt vollkommen unverständlich. Wie geht das, das Übertragen von einer Welt auf eine andere? Denn egal was für Gedanken man hat, das Gedachte existiert, nur eben nicht in der von uns sichtbaren Welt.
[...]
Vielleicht haben wir die Chance, eine Zufriedenheit zu erleben, wie ich sie schon lange suche.

 

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